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Jobs im Tonstudio
Immer wieder erreichen uns Anfragen bezüglich der Verfügbarkeit von Ausbildungs- oder Praktikumplätzen im Tonstudio sowie der Mitarbeit im Bereich Multimedia und Mediengestaltung. Leider können wir nichts derartiges anbieten, weder auf technischem noch auf kaufmännischem Gebiet. Wir bitten daher, von diesbezüglichen Nachfragen abzusehen.

Unten auf der Seite sind links zu professionellen Ausbildern im Bereich Ton angegeben. Wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass vor dem Antritt eines Tontechnikpraktikums bzw. einer Ausbildung oder gar der Aufnahme eines Studiums der Tontechnik, eine umfangreiche Berufsberatung durchgeführt werden sollte. Nach der derzeitigen Einschätzung vieler Fachleute und Brancheninsider ist der künftige Bedarf an Tontechnikern, Toningenieuren und Diplomtonmeistern in der Musikindustrie (Radio, TV) wie auch der gesamten sonstigen Medienlandschaft weiter rückläufig und die Berufschancen insgesamt eher als pessimistisch zu bewerten. Dies gilt in besonderem Masse für Bewerber ohne eine adäquate Ausbildung und Autodidakten. Auch die häufig anzutreffende Idee, einen selfmade-Weg zu gehen, ist hinterfragenswert:

In früheren Zeiten war es oftmals noch von Erfolg gekrönt, wenn sich ein Musiker über die Jahre hinweg ein eigenes Studio aufgebaut hatte und dies nach und nach zum Vollerwerb ausbaute, indem er sich aus Musikern seines näheren Umfeldes einen Kundenstamm heranzog. Dies ist heute kaum noch möglich: Mit der Verbreitung der Computertechnik und der Verfügbarkeit einfacher und vor Allem billiger Digitaltechnik für Jedermann sinkt die Nachfrage nach Tonstudiodienstleistungen seit Jahren stark ab. Durch die veränderten Hörgewohnheiten und das Aufkommen von MP3 und Internet haben sich außerdem der Anspruch und das Konsumverhalten der Bevölkerung inzwischen derart gewandelt, dass zum einen immer weniger Tonträger abgesetzt werden können und zum anderen auch ein gewisser verringerter Anspruch bei Tonproduktionen - gerade im semiprofessionellen Bereich zu verzeichnen ist, wodurch kaum noch Tondienstleistungen gebucht werden. Aufgrund dieser Umstände wird sich mittelfristig die Zahl der rentabel arbeitenden Studios weiter nach unten bewegen, sodass kaum Raum für Neueinsteiger bleibt. Großstudios arbeiten bedingt durch die Auftragslage immer seltener mit Angestellten und sogar die bekannten Sendeanstalten beschäftigen kaum noch festangestellte Tonmeister oder Tontechniker.

Leider gilt dies auch für akademisch ausgebildete Ingenieure und Tonmeister. Aufgrund der im Vermarktungsbereich reduzierten Verdienstmöglichkeiten für Musiker und dem dadurch bedingten gestiegenen Kostendruck bei Plattenproduktionen sowie der stetig fortschreitenden Mittelverknappung im Kultursektor sind aufwändige Produktionen insgesamt immer seltener finanzierbar. Damit sind vielfach sogar auch anspruchsvolle Musiker gezwungen, nach preiswerten Aufnahmemöglichkeiten Ausschau zu halten, sofern sie dies nicht gleich selbst erledigen.

Sowohl im öffentlichen, als auch im privatwirtschaftlichen Sektor gibt es daher künftig kaum einen nennenswerten Bedarf an Tontechnikern!

 

Auch der Einstieg in den Zweig Multimedia und Mediengestaltung ist gut zu überlegen:

Der Ausbildungsberuf "Mediengestalter" ist derzeit nicht zu empfehlen, da er hoffnungslos überlaufen ist. Inzwischen scheint selbst das Arbeitsamt die Situation erkannt zu haben und bietet kaum noch Umschulungen dafür an. Wer sich dennoch hierfür interessiert, sollte sich genauestens über die Notwendigkeiten und Anforderungen, sowie die exakten Berufsinhalte informieren:

Hier existieren oftmals völlig unklare Vorstellungen über das Berufsbild. Im Weiteren sollte man dann im Vorfeld aber auch einmal seine eigene Befähigung hinsichtlich der oft vorgebrachten Kreativität und Gestaltungsfähigkeit kritisch hinterfragen: Wirklich überdurchschnittlich kreativ begabt, ist schon definitionsgemäß nicht jeder Zweite! So viele entscheiden sich jedoch derzeit für diesen Modeberuf. Auch die Vorstellung, man sei für diesen Beruf aufgrund eigener Erfahrungen besonders qualifiziert, hält bei vielen Hoffenden kaum einer näheren Betrachtung stand. Typische DTP-, Grafik- und Audioschnittprogramme besitzt und benutzt dank der zahlreichen Tauschplattformen im Internet heute jeder zweite Jugendliche und gleiches gilt für die diesbezüglichen PC-Kenntnisse. Auch selbst gemixte mp3s oder bunt gestaltete, private Homepages, besitzt heute nahezu jeder in der ein oder anderen Form. Die Kenntnis und der geübte Umgang mit diesen Programmen alleine bringt damit leider noch nicht viel. Aufklärung über die reale Situation und ggfs. auch Ernüchterung, schafft hier rasch ein Blick auf die Zahl der Stellenanzeigen für "Mediengestalter" oder einfach auch mal ein kurzes Telefonat mit einem Personalchef einer ins Auge gefassten Firma. Auf diese Weise erfährt man noch am ehesten, was man denn dort eigentlich genau für Bewerber benötigt. Kenntnisse in Cubase, Photoshop, Flash oder anderen, in Form von Raubkopien auf der heimischen Festplatte reichlich vorhandenen Softwareprogrammen zur "Mediengestaltung" sind dabei äußerst selten gefragt.

So hart es auch klingen mag: Bei der derzeitigen Situation von Schulabgängern der "Handy-Generation" sind eine vernünftige schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit sowie eine ordentliche Rechtschreibung für die öffentlichkeitswirksame Medienlandschaft wesentlich qualifizierender, da viel seltener anzutreffen.

Jedoch auch das Beschreiten des akademischen Zweiges der Medientechnik beschert nicht automatisch den gewünschten Segen: An zahlreichen Universitäten werden derzeit zwar innovative Kombinationsstudiengänge angeboten, welche auf Berufsbilder im Umfeld der Medienlandschaft hinarbeiten und dazu die Bereiche Kommunikation, Informationstechnik sowie die klassische Informatik miteinander zu verbinden suchen, doch nach unserer Einschätzung ist hier eine Marktsättigung kurzfristig absehbar, wenn nicht längst erreicht. Auch sollte man sich über das Berufsziel und die spätere exakte Tätigkeit voll im Klaren sein: Diplomierte Medienfachleute arbeiten später vorwiegend im kaufmännischen und repräsentativen Bereich, also der Kommunikationsebene. Die umsetzende und gestaltende Ebene hingegen wird überwiegend aus angelernten Nichtakademikern besetzt. Für den wirklich interessanten, vorwiegend künstlerischen Bereich werden (talentierte) Grafiker herangezogen, während den anspruchsvollen, technischen Bereich wiederum diplomierte Informatiker und Informatikkaufleute besetzen. Die eierlegende Wollmilchsau, also der universelle Alleskönner, der alle Bereiche mehr oder weniger abdeckt, ist bestenfalls in Kleinstbetrieben oder Agenturen gefragt. Meist mündet der Weg aber hier eher in die Selbständigkeit, z.B. als Berater.

Bei allen angestrebten Berufsbildern lohnt dazu noch eine generelle Überlegung: Angesichts des allseitigen Kostendruckes in unserer Gesellschaft sind Firmen heute mehr den je bemüht, genau den Bewerber einzustellen, der gerade so eben auf die Stelle passt, um Kosten zu sparen. Nicht selten werden sogar einige Stellen, die früher durchaus von qualifizierten Akademikern bekleidet wurden, heutzutage mit weniger qualifizierten Mitarbeitern besetzt. Die Ton- und Medienbranche ist hier leider ein Paradebeispiel.

Wie angekündigt nun links zu Ausbildungsstätten im Bereich Tontechnik / Toningenieurwesen. Zu beachten ist, dass die Institute sehr unterschiedliche Studiengänge anbieten und auch Aufnahmeprüfungen fordern!

Was die Aufgaben eines Tontechniker angeht, so gibt es hier eine satirische Beschreibung eines typischen Arbeitstages

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J.S. Stand April 2004

Links
Universität der Künste, Berlin Erich Tierhaus Institut, Detmold Schule für Tontechnik, Wuppertal SAE College, Frankfurt, Berlin
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